Namasté

Namasté: Ich grüße das Göttliche in dir. 




Ich wollte schon lange einen Artikel über Spiritualität schreiben. Doch sobald ich angefangen habe, bin ich selbst immer wieder über die Begrifflichkeit des Wortes Spiritualität gestolpert. Was heißt das eigentlich und verstehen wir trotz aller Definitionen das ein und dasselbe darunter? Nun, ich schreibe heute einfach einmal darauf los, was ich darunter verstehe. 


Spiritualität ist Verbundenheit.


Verbundenheit womit? Nennen wir es Universum, Gott, Natur, Leben – allein der Versuch, uns auf einen Begriff festzulegen, limitiert. Ich verwende gerne die Umschreibung etwas Höheres. Es beschreibt, dass es da etwas gibt, das größer ist als ich selbst, größer als alles, was ist. Ohne es genauer benennen zu können, fühle ich mich damit verbunden. Ich brauche kein Bild davon, keine Definition, kein Buch als Gebrauchsanweisung. Es ist ein Spüren und Annehmen. Ich bin verbunden und zugehörig. Alles um mich herum sind Zeichen der Gegenwärtigkeit dieses Höheren. Jede Wolke, jeder Baum, jedes Gefühl … all das sind sicht- und spürbare Verbindungen, wie Millionen zarter Fäden. 


Spiritualität ist Gehaltensein.


Ich bin einzigartig. Ich bin ich unverwechselbar. Ich bin wie die anderen und dennoch ist niemand wie ich. Das ist wunderbar. Und gleichzeitig heißt es auch: In all meinen Beziehungen, in der größtmöglichen Nähe, selbst in der größten Liebe bleibt da immer ein Teil von mir, der so individuell ist, dass ich damit auf eine eigenwillige Art alleine bleibe. Doch das gilt nur für das Weltlichkeit, nicht in der Zugehörigkeit zu dem, was über mir ist. In größter Einsamkeit, wann immer ich falle, ich falle nie tiefer, als zurück in dieses Höhere aus dem ich komme. Darin bin ich auf ewig gehalten. 


Spiritualität ist Vollkommenheit.


Ich bin nicht perfekt! Ich bin besser als perfekt! Ich bin vollkommen! In mir ist alles, was ich für dieses Leben brauche. Alle Fähigkeiten sind mir bereits mitgegeben. Manche sind versteckt, manche sind noch nicht in ihrer vollen Kraft entfaltet. Es ist meine Aufgabe, dies zu erkennen, alle meine Talente und Fähigkeiten ans Licht zu bringen, ihnen meinen Atem einzuhauchen und so mein ganzes Potenzial zu verwirklichen. Nichts in dieser Welt ist perfekt, denn das Wesen der Welt ist immerwährende Veränderung. Was gestern war, muss sich heute verändern, um zu überstehen. Auch ich bin bis zum Ende meines Lebens in immerwährender Veränderung. Und gleichzeitig bin ich in jedem Augenblick meiner Entwicklung vollkommen, weil ich bereits vollkommen war, als ich auf diese Welt kam. 

Ich bin also nicht von meinem Ursprung getrennt und ich muss auch nicht aus dieser Trennung gerettet werden.

Dieses Wissen, dieser Erleben – das ist Spiritualität für mich.

Ich bin ein Teil eines Höheren und dieses Höhere ist ein Teil von mir. Ich bin ein Tropfen im Meer und dieses Meer ist ein Tropfen in mir.


Was ist dein Meer?