10 Fragen über Paartherapie

"Austern produzieren Perlen nicht etwa, weil sie etwas Schönes schaffen wollen. Perlen sind das Nebenprodukt eines Versuchs, die durch ein Sandkorn hervorgerufene Irritation zu vermindern." David Schnarch

Das oben genannte Zitat beschreibt ganz wunderbar, was ich in der Arbeit mit meinen Klienten so oft erlebe: Paartherapie ist sehr häufig ein Versuch, Irritationen in Beziehungen zu vermindern. Im Laufe des gemeinsames Prozesses bildet sich dadurch so viel Neues und auch sehr viel Kostbares. Perlen einer langen Liebesbeziehung, die ihren Anfang häufig in störenden Sandkörnern im Getriebe nahmen …


Heute beantworte ich 10 Fragen, die mir in Bezug auf Paartherapie häufig gestellt werden. Ist deine Frage darüber nicht beantwortet, dann schreibe mir gerne eine E-Mail an praxis@woite.de



1. Wann ist der richtige Zeitpunkt, um mit einer Paartherapie zu beginnen?


Manchmal gibt es einen ganz konkreten Anlass und manchmal haben sich viele Dinge über einen langen Zeitraum aufgestaut. Manchmal kommt der Impuls von beiden manchmal nur von einem der Beteiligten. Es gibt sicherlich keinen zu frühen Zeitpunkt, sehr wohl jedoch einen zu späten. Meine Empfehlung: auf das Bauchgefühl vertrauen. In der Regel spürt man ganz genau, jetzt ist es soweit und zumeist begegnet einem genau dann auch eine gute Adresse, ein Tipp oder ähnliches.

2. Was ist der Unterschied zwischen Paartherapie, Paarcoaching und Paarberatung?


Es gibt hier keine einheitlichen Begriffe. Die Bezeichnung Paartherapie ist genauso gängig wie oft irreführend. Kommen Paare mit akuten oder schwelenden Konflikten in meine Praxis, kam es zu diesem Zeitpunkt zumeist bereits zu emotionalen Verletzungen auf beiden Seiten. Für den gemeinsamen Prozess verwende ich dann den Begriff "Paartherapie", denn hier geht und braucht es im wahrsten Sinne des Wortes "Heilung".


Doch es braucht nicht immer eine Krise, um sich Begleitung zu suchen. Es gibt auch Paare, die sich gemeinsam weiterentwickeln möchten: Zum Beispiel im Bereich ihrer Kommunikation, der Rollen in ihrem Alltag (z.B. als Eltern, Selbständige, Pflegende von Angehörigen usw.), in ihrer Spiritualität, in ihrer Sexualität und vielen anderen Bereichen. Hier geht es weniger darum, Störungen "auszuheilen" und ich verwende dann auch den Begriff Paarcoaching.

Mein Gesprächsangebot gilt für alle Formen von Beziehungen, unabhängig davon ob sich die Beteiligten tatsächlich als Paar bezeichnen oder ob es mehr als zwei Beteiligte in dieser Beziehung gibt.

Mir persönlich gefiele das Wort Beziehungsberatung besser, es ist jedoch in diesem Breich noch nicht gut etabliert.

3. Was kostet eine Paartherapie?


Mein aktuelles Honorar ist auf der Seite TERMINE angegeben. Häufigkeit der Sitzungen und Dauer der Begleitung richten sich nach dem individuellen Bedürfnis und nach Art und Intensität der Beziehungsprobleme. Wieviel jemand in seine Beziehung investieren möchte, ist auch immer eine sehr persönliche Entscheidung.

4. Wie lange dauert eine Paartherapie?


Die Klienten entscheiden selbst, wie lange sie im gemeinsamen Prozess bleiben möchten. Manchmal helfen schon wenige Gespräche für eine neue Justierung. Bei tiefergehenden Themen ist oft ein längerer Prozess sinnvoll. Ich vereinbare in der Regel zu Beginn Termine in drei- bis fünfwöchigen Abständen. Diese Abstände werden im Laufe des Prozesses idealerweise grösser. Dabei ist es natürlich wichtig, die Lücken zwischen den Terminen nicht zu groß werden zu lassen, um den roten Faden nicht zu verlieren. Am Ende des gemeinsamen Prozesses steht idealerweise ein kürzeres Abschlussgespräch und wenn gewünscht ein Auffrischungsgespräch nach einer längeren Pause.

5. Kann ich auch alleine eine Paartherapie beginnen?


Ich empfehle das nicht. Häufig kommen Paare in die Praxis, die von einem Ungleichgewicht in ihrer Beziehung berichten. Dieses Ungleichgewicht würde noch verstärkt, wenn ich mit einem Partner*in alleine in die Gespräche starte. Es ist mir wichtig, zu allen Beteiligten vom ersten Moment an eine tragfähige Vertrauensverbindung aufzubauen und transparent über das zu sprechen, was für das Paar gemeinsam wichtig ist. Rückt ein Beteiligter in laufende Gespräche nach, ist das erfahrungsgemäß eher hinderlich als hilfreich. Allerdings kann es sein, wenn eine gemeinsame Vertrauensbasis aufgebaut ist, dass ich punktuell zu Einzelgesprächen einlade. Diese unterliegen jedoch ganz klaren Absprachen.


6 .Wie finden wir einen guten Paartherapeut*in?


Wer offen dafür ist, kann Freunde und Bekannte nach deren eventuellen Erfahrungen fragen oder sich im Internet umsehen. Es gibt spezielle Therapeuten-Seiten, doch auch die gängigen Suchmaschinen helfen weiter. Es kann - wie bei allen anderen wichtigen persönlichen Themen - auch bei der Therapeutensuche sein, dass es mehrere Anläufe braucht. Im persönlichen Gespräch wird schnell spürbar, ob die Chemie passt, das Setting in der Praxis den richtigen Rahmen bietet, der Therapeut*in gut zuhören kann und stimmige Vorgehensweisen anbietet.

7. Was passiert beim ersten Gespräch?


Dazu finden sich hier weitere Informationen.

8. Kann eine Paartherapie unsere Beziehung retten?


Veränderung entsteht niemals von außen, sondern immer von innen heraus. Es ist also ganz entscheidend, was das Paar verändern und wo die Beteiligten hin möchten. Das kann von Anfang an klar oder auch unklar sein. Ich moderiere und führe durch die Veränderungsprozesse. Ich bringe meine Erfahrung und Fachwissen ein. Ich leite an, unterstütze und korrigiere, wo nötig. Paartherapie bietet die Chance, sich selbst und auch das Gegenüber wieder neu zu entdecken, sich zu verändern und zu entwickeln. Die Klienten entscheiden selbst, wohin dieser Weg sie bringt.


9. Wir haben unsere Probleme im Bereich der Sexualität, unterschiedliche Lust, Untreue oder einem ähnlichen Thema. Ist das eher Paar- oder eher Sexualtherapie?


In der Paartherapie geht es auch um die Nähe und Intimität zwischen den Beteiligten. In der Sexualtherapie geht es auch um die Frage in welcher Beziehung die Beteiligten zu einander stehen. So gesehen sind die Grenzen immer fließend.

10. Wann ist eine Paartherapie nicht sinnvoll?


Für gemeinsame Gespräche braucht es ein Mindestmaß an Offenheit. Das heißt nicht immer, dass sich jeder von Beginn an gleich einbringt. Schon ein respektvolles Zuhören ist eine Beteiligung. Wenn sich ein Partner*in jedoch völlig verweigert, ist eine sinnvolle gemeinsame Zusammenarbeit nicht möglich.



Noch Fragen? Dann freue ich mich über eine Nachricht dazu!


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