„Kann bitte jemand kommen und machen, dass meine Welt wieder gut ist!“


Das ist eine sehr häufige und auch zutiefst menschliche Reaktion, wenn etwas in unserem Leben nicht so ist, wie wir es uns wünschen. Sind unsere Bedürfnisse nicht erfüllt und wir nicht in der Lage, diese selbst zu erfüllen, wenden wir uns nach außen.

Wir wünschen uns Bedürfniserfüllung und Wieder-gut-machung.

Erlernt ist dieses Verhaltensmuster in der frühesten Kindheit, als wir noch nicht in der Lage waren, selbständig für unser Wohlergehen zu sorgen. Ein Kind fällt und schlägt sich das Knie blutig und dann kommen Mama und Papa, versorgen die Wunde, singen „Heile heile Segen …“ und sorgen dafür, dass alles schnell wieder gut ist.


Dann werden wir erwachsen, lernen mehr und mehr Selbstverantwortung zu übernehmen und gleichzeitig reagieren wir unter Stress weiterhin häufig mit den frühkindlich erlernten Verhaltensmustern. Doch jetzt geht es nicht mehr um ein aufgeschlagenes Knie, sondern um Verletzungen ganz anderer Art.


Heute erwarten wir von unseren Partnern, dass sie sich anders verhalten, damit dass es uns besser geht, wir wünschen uns von unseren Kindern, dass sie sich anders verhalten, damit es uns besser geht, wir wünschen uns von Kollegen, Familienmitgliedern, Freunden, Lehrern, Vorgesetzten, von der Regierung, dass sie sich doch bitte so verhalten und zu agieren dass es mir jetzt besser geht.


So sehr wir alle hoffentlich im Inneren noch Kind sind, wir sind keine Kinder mehr. Wir sind erwachsen und wenn wir als Erwachsene in diesen Situationen immer noch nach jemanden rufen, der die Welt für uns uns wieder heil macht, spiegelt das zwar häufig unseren großen Leidensdruck wider, doch gleichzeitig entmächtigen wir uns damit selbst .

Wir entmächtigen uns und geben dem anderen die Macht und auch die Verantwortung, für unser Wohlbefinden zu sorgen.

Was als Hilferuf beginnt endet häufig mit Abhängigkeit, wenn wir verlernen, für unser Wohlergehen selbst Verantwortung zu übernehmen.




Was ist Selbstverantwortung?


Selbstverantwortung ist, wenn du selbst die Verantwortung für deine Heilung übernimmst. Wenn du Achtsamt gegenüber deinen Bedürfnissen bist. Du für dich selbst sorgst. Weglässt, was dir schadet. Mehr von dem machst, was dir guttut und du deine Welt gut machst - so gut wie möglich in dieser Situation.


Im Rufen nach nach dem „Heile, heile Segen …“, suchen wir die Lösung im Außen.

Heilung geschieht jedoch immer und ausschließlich von innen nach außen.

So wie sich eine Wunde bei aller Pflege und Fürsorge von außen letztlich nur von innen nach außen schließen kann und heilen kann, können auch wir seelisch nur von innen nach außen heilen.